Sonntag, 19. März 2023

Vorschau April

 Im April gibt es zwei musikalische Veranstaltungen: 

Am Karfreitag, dem 07. April um 15 Uhr: Passionsmusik "Alles Leid"

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"Der Karfreitag ist ein Tag, an dem alles Leid unlösbar scheint. Unsere Musik möchte dieses aufgerissene Spannungsfeld der Passionsgeschichte behutsam hörbar machen. Idealerweise gibt sie Trost und das Leid darf abnehmen. Und sie schenkt Zuversicht, denn die Hoffnung wächst.", so der musikalische Leiter des Konzerts, Kantor Carsten Miseler.

Auf dem Programm stehen moderne und traditionelle Passionslieder wie auch Musik aus Taize, die von Chor und Orchester aufgeführt werden. Zwischen den einzelnen Musiken wird Pfarrer Johannes Beyer die Passionsgeschichte lesen.

Ausführende:

    Kantorei Schönebeck
    Chor der Neuapostolischen Kirche (Chorleitung Claudia Koltermann)  
    Kammerorchester „Sonus Varius“
    Lesungen: Pfarrer Johannes Beyer
    Musikalische Leitung: Kreiskantor Carsten Miseler    

Und am Sonntag dem 23. April um 16 Uhr ein Konzert mit Blues, Rock, Pop und Jazz aus der Schweiz.


 


Samstag, 11. März 2023

Weil ich hier bleiben muss

"Weil ich hier bleiben muss", diese Zeile aus einem bekannten und eigentlich völlig unpolitischen Kinderlied gab dem Programm der beiden Wollners den Namen. "Ein Wende-Chanson-Programm" hieß es im Untertitel auf dem Programmheft. Als ich fragte, was vorab als Anmoderation zu sagen wäre, hieß es "vielleicht, dass man in der DDR gewohnt war, auch zwischen den Zeilen zu lesen". 

Tabea Wollner – Gesang
Tobias Wollner –Klavier, Gesang

Zwischen den Zeilen lesen: Es war dann tatsächlich so, dass viele der Lieder eine zweite Ebene enthielten. Selbst das Titellied. Und so war das Programm – auch wegen der kurzen Zwischentexte – kein Mitklatsch-Ostalgieprogramm. Vielmehr war interessant, Lieder, die man von früher eben kannte, nun unter diesem Aspekt zu hören.

Es gab Musik, die man damals gar nicht richtig wahrnahm, manchmal nicht mal so richtig schätzte, die aber ganz tief drin nie ganz vergessen wurde. So wie das Gänselieschen von Renft, tatsächlich eher unpolitisch. Ganz anders, ebenfalls von Renft, und wie tagesaktuell geschrieben: Nach der Schlacht: nach der Schlacht warn die grünen Wiesen rot / nach der Schlacht warn viel Kameraden tot / und man stellt sich auf das verbliebne Bein / und man meint das müsse der Sieg schon sein

Sonntag, 19. Februar 2023

Vorschau März: T & T Wollner: "Weil ich hierbleiben muss"

Am Sonnabend, dem 11. März um 19 Uhr sind Tabea und Tobias Wollner im Gemeindezentrum St. Jakobi mit "Weil ich hierbleiben muss" zu erleben. Ein Programm mit viel Musik der Wendezeit. 

Über ihr Programm schreiben sie: 

Ein Karton als Wohnung, Spielplatz, Gefängnis, Badewanne, Vogelkäfig, Tisch, Rednerpult – ein Karton als DDR. So in etwa sieht es auf der Bühne für das neue Chanson- Programm von T&T Wollner aus. 200 Jahre nach der Französischen Revolution geht man in einem Teil Deutschlands friedlich und ohne Waffen auf die Straßen. Es gibt Gewinner und Verlierer, wie bei jeder Revolution. „ Die DDR hat sich überlebt, bevor sie gegründet wurde,“ traut man sich heute zu sagen, -in den neuen Bundesländern. 40 Jahre DDR – da wurde die Kunst, ob in der Musik, Malerei oder in Texten, lebensrettend. „ Verhüllung dient zur Enthüllung“ so Brecht . Einige Rockmusiker oder Liedermacher konnten nicht mehr so verhüllen, hatten Auftrittsverbot, landeten im Knast, wurden abgeschoben. Die DDR – Rockmusik, aber auch Schlager ,Kinderlieder oder Politsongs sind ein Spiegel jener Zeit. Lieder von Lift, Silly, Renft, City, F. Schöbel, V. Fischer und vielen anderen Künstlern bringen T&T Wollner in einen neuen Kontext auf die Bühne. Es ist kein Ostalgieabend , kein Geschichtsunterricht , viel mehr eine Annäherung an eine Musik, die in jedem etwas anderes auslösen kann, obgleich er nach oder vor der Wende geboren, im Osten oder Westen aufgewachsen ist oder aus Wien kommt. Es soll neugierig gemacht werden auf eine Kunst, die nur im Vakuum der DDR entstehen konnte und die nicht vergessen werden darf.
Eine herzliche Einladung. Karten gibt es im Vorverkauf im Gemeindezentrum sowie an der Abendkasse.



Dienstag, 14. Februar 2023

Klezmer mit Harry's Freilach

"Freilach" kommt aus dem jiddischen und bedeutet "fröhlich". So erklärte Harry Timmermann den Namen seiner Klezmerband Harry's Freilach. Und fröhlich wurde es dann auch beim Konzert am Valentinstag im Gemeindezentrum von St. Jakobi. 

Harry Timmermann – Klarinette
Serhiy Lukashov – Knopfakkordeon
Robin Draganic – Bass

Am Beginn des Programms steht ein chassidischer Hochzeitstanz. "Wir haben heute mal mit dem Ende angefangen", begrüßte Harry Timmermann die Konzertbesucher, "Sie wissen ja, 'verliebt, verlobt, verheiratet'". Und damit beginnt er ein Programm quer durch die jüdische Musik und Musikgeschichte. Musik zur Feier des Sabbat ist ebenso dabei wie ein Stück aus dem 12. Jahrhundert, das von der Suche nach dem gelobten Land handelt. "Ich finde die Vielfalt der Musik bemerkenswert, nachdenkliche Stücke und vieles fröhliche", kommentierte Timmermann die Musikauswahl. "Wir haben unsere Sicht auf die Musik eigentlich schon immer auf den gesamten Nahen Osten bezogen. Aber wir hätten nie gedacht, dass wir dabei auch an einen viel näheren Osten denken müssen.

Sonntag, 29. Januar 2023

Schneeweißchen und Rosenrot

Heute kam Meike Kreim vom Puppentheater Papperlapapp nach Schönebeck ins Gemeindezentrum. Diesmal brachte sie Schneeweißchen und Rosenrot mit. 

Meike Kreim beim Beginn von
Schneeweißchen und Rosenrot

Der Saal war voll, bis zum Beginn der Veranstaltung wurden noch die letzten Stühle reingetragen, und als die auch schon fast alle besetzt waren, kamen noch zwei Tische in die letzte Reihe. "Da können die Kinder draufsitzen, damit sie über die Erwachsenen hinweg gucken können", sagte Johannes Beyer (was diese auch sofort machten, denn wann darf man denn sonst mal auf dem Tisch sitzen). Der Gong von Birgit Beyer erklang, einmal ("Was wollt ihr heute sehen" – "Puppentheater!"), zweimal, ("na, wisst Ihr, wie oft der Gong zu hören sein muss?) dreimal – und dann konnte es losgehen. 

Es brauchte auf der kleinen Puppenbühne nicht mal ein "Vorhang auf" – Meike Kreim kam gleich als Erzählerin auf die Bühne. Sogar den Bärenmantel hatte sie da noch an und hängte ihn erst nach der Begrüßung an den Haken. "Ihr wisst ja, dass zum Ende der Bär eine wichtige Rolle spielt", sagte sie (klar, die Kinder kannten das Märchen am besten), "aber die ganze Geschichte ging so ..." Und damit begann das Puppenspiel.

Freitag, 2. Dezember 2022

Weihnachtsoratorium in Schönebeck

Musikalische Einstimmung auf Weihnachten: das Weihnachtsoratorium für Soli, großen Chor und Barockorchester in der St.-Jakobi-Kirche Schönebeck.

Chöre des Kirchenkreises Egeln, Leitung: Carsten Miseler
Chor des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums, Leitung: Laura Pannier
Sarah Mengs – Sopran
Inga Jäger – Mezzosopran
Paul Kaufmann – Tenor
Tobias Mengs – Bariton
Saxonia Music Company
Gesamtleitung: Carsten Miseler

Jauchzet Frohlocket! Dieser Ruf am Beginn von Bachs Weihnachtsoratorium gehört unbedingt zu Weihnachten. "Man braucht nur die ersten paar Takte zu hören – schon weiß man, der Heiland kommt", begann Peter Mücksch die Konzerteinführung, während immer noch weitere Konzertbesucher in die Kirche strömten. "Bach schrieb Musik zur Ehre Gottes, in adventlicher Erwartung". Peter Mücksch gab Hinweise auf die Musik und auch auf die Bekanntheit der Melodien. "Vielleicht ist Bachs Weihnachtsoratorium auch deshalb so bekannt, weil er das Parodieverfahren anwandte und frühere Kompositionen wiederverwendete", erklärte er. Das Weihnachtsoratorium wurde von Johann Sebastian Bach ursprünglich für ausgewählte Tage der Weihnachtszeit geschrieben, es wird aber oft schon in der Vorweihnachtszeit aufgeführt. In Schönebeck kamen die ersten drei Teile zur Aufführung (vom 25. bis zum 27. Dezember), mit einem kleinen Ausflug zum Ende der Weihnachtszeit am 6. Januar, als am Ende des Konzertes zwei Stücke aus dem 6. Teil des Weihnachtsoratoriums zu hören waren.  

Als dann die Sängerinnen und Sänger in die Kirche kamen, schien der  Platz auf den Chor-Stufen kaum auszureichen, und es muss dort oben wohl auch ziemlich eng gewesen sein – über 120 Sängerinnen und Sänger kamen aus den unterschiedlichen Chören zusammen. Dabei kommt es dem Musikerlebnis zugute, dass nun schon zum dritten Mal die Schülerinnen und Schüler aus dem Carl-Hermann-Gymnasium mit ihren jugendlichen Stimmen zu den Kirchenchören hinzukommen, in denen auch viele etwas ältere Sängerinnen und Sänger singen. Der Chor gewinnt durch diese Mischung an Stimmumfang und Dynamik. Zumal der Schulchor selbst schon ein sehr leistungsfähiger ist, wie die regelmäßigen Chorkonzerte zeigen (übrigens auch gleich in der kommenden Woche am Donnerstag und Freitag das Adventskonzert).