Jürgen Fliegel und Bernhard Biller von der Leipziger Theaterkompanie brachten in ihrem Kabarettprogramm die Probleme des älter werdens und des älter seins ebenso auf die Bühne wie die spitzbübische Freude daran, als Alte auch mal überlegen zu sein und dem Leben ein Schnippchen zu schlagen.
Der Humor der beiden, die in immer wieder neuen, unterschiedlichen Rollen auf die Bühne des Gemeindezentrums kommen, ist oft von einer kräftigen und direkten Art. Der Herkunft der Schauspieler entsprechend ist oft auch eine Spur Sächsisch dabei, das zu einer vertrauten Verbundenheit der Rollen mit dem überwiegend älteren Publikum führt. Man merkt, dass den Zuschauern die Probleme des Alters und des älter werdens bekannt sind. Man merkt aber auch, dass diese herzlich darüber lachen können. Und das ist sicher das Beste, was man in jeder Lebenslage machen kann. Egal ob die beiden alten Herren Schmidt und Walther am Stock gehend die Bühne betreten und "Stöcke hoch, jetzt geht es rund" singen, der "Clemens mit der Demenz" als ehemaliger Schlagerstar auftritt (und seinen Text genau dort vergißt, wo ihn das Publikum sofort wie von selbst ergänzt und weitersingt) oder die flotte Frau Sengelblech zum "Table-Dance in der Seniorenresidenz" singt und ihr Bein lasziv um den Gehstock schlingt – von Anfang haben Biller und Fliegel die Lacher des Publikums fest auf ihrer Seite.
Eher unterschwellig kommen auch ernsthaftere Fragen in das Programm, etwa wenn sich zwei Rentner im schwarzen Kapuzenpulli aufmachen, "Mehr Rente für alle!" an die Wand zu sprühen, dann aber überlegen, ob damit auch die gemeint sind, die schon zu viel haben. Oder wenn ein Abgeordneter der PDGJ, der Partei der Goldenen Jahre, in einer Bundestagsrede die Bedürfnisse der Alten einfordert. Die zwar auch mal albern sein können, wie verkürzte Mindesthaltbarkeit von Lebensmitteln ("so lange haben wir nicht mehr Zeit"), aber auch so notwendig wie etwa verlängerte Grünphasen an Fußgängerampeln.
Kulturverein der Kirchgemeinde St. Jakobi Schönebeck
Breiteweg 26 * 39218 Schönebeck *
Tel.: 03928/404887
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Samstag, 19. Januar 2019
Samstag, 14. Januar 2017
Medizinkabarett
Heute waren Jürgen Fliegel und Bernhard Biller von der Leipziger Theaterkompanie zu Gast beim KuK 26 in Schönebeck.
Ihr Medizin-Kabarett stieß im Gemeindezentrum St. Jakobi auf so großes Interesse, dass noch zusätzliche Stühle geholt werden mussten. Kein Wunder, schließlich bringt wohl jeder bei den Themen Gesundheit und Medizin seine eigenen Erfahrung mit – egal ob als Patient oder im Medizinbereich tätiger. Als Fliegel und Biller singend und kalauernd über Medizin und Gesundheit herzogen herzogen, hatten sie sofort die Lacher auf ihrer Seite. Gekonnt spielten sie gängige Klischees aus, seien es nun Apotheken-Umschau lesende Hypochonder unter den Patienten, neue „Erlebnis“-Geburtsmethoden, ohne hinzusehen operierende Ärzte („warum heißt der Blinddarm schließlich Blinddarm?“) oder eine zunehmende Kommerzialisierung („three steps to health“). Und doch ging das Programm über den reinen Klamauk hinaus und ließ die Gäste auch mal im Gelächter innehalten.
| Bernhard Biller (links) und Jürgen Fliegel unterhielten in ihrer Rolle als Ärzte das Schönebecker Publikum. |
Ihr Medizin-Kabarett stieß im Gemeindezentrum St. Jakobi auf so großes Interesse, dass noch zusätzliche Stühle geholt werden mussten. Kein Wunder, schließlich bringt wohl jeder bei den Themen Gesundheit und Medizin seine eigenen Erfahrung mit – egal ob als Patient oder im Medizinbereich tätiger. Als Fliegel und Biller singend und kalauernd über Medizin und Gesundheit herzogen herzogen, hatten sie sofort die Lacher auf ihrer Seite. Gekonnt spielten sie gängige Klischees aus, seien es nun Apotheken-Umschau lesende Hypochonder unter den Patienten, neue „Erlebnis“-Geburtsmethoden, ohne hinzusehen operierende Ärzte („warum heißt der Blinddarm schließlich Blinddarm?“) oder eine zunehmende Kommerzialisierung („three steps to health“). Und doch ging das Programm über den reinen Klamauk hinaus und ließ die Gäste auch mal im Gelächter innehalten.
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