Starke Frauen standen im Mittelpunkt der Geschichten, Mythen und Märchen für Erwachsene, die Meike Kreim (voc) und Elke Wilde (git, perc) aus Leipzig nach Schönebeck brachten.
Von Elke Wildes leise perlenden Gitarrentönen umrahmt, ab und zu auch von Percussionklängen afrikanischer Klangstäbe oder orientalischer Gongs begleitet, erzählt die Schauspielerin Meike Kreim Geschichten und Mächen aus aller Welt. Im nahezu völlig dunklen Gemeindesaals ist nur die Bühnenmitte hell erleuchtet, so konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf die beiden Darsteller. Meike Kreim
nimmt auf diese Weise die Zuhörer mit in eine Zeit, in der Geschichten nur mündlich
überliefert wurden und in der erzählte Geschichten mangels anderer
Beschäftigung die langen Abende verkürzten. Nach dem Programm sagte mir eine Zuhörerin, "Das Zuhören war so entspannend, es war so schön von der Anstrengung des Tages runterzukommen"
Meike Kreim liest nicht etwa vor, sondern spielt, spricht mit verteilten Rollen und mit ausdrucksstarker Stimme, schlüpft in die verschiedenen Rollen gleichsam rein. Das gibt den Geschichten eine besondere Lebendigkeit und Vorstellbarkeit. Ihre Geschichten, egal ob aus dem Orient oder aus Afrika handeln allesamt von starken Frauen. Frauen, die etwa Möglichkeiten finden, bei ihrem Geliebten zu bleiben, die einem japanischen Ringer beweisen, dass sie viel stärker sind und ihn ihre Stärke lehren, oder Frauen wie die alte Heena, nach arbeitsreichem Leben oben im Mond ausruhen darf, als Frau Lono Moko, die Frau im Mond, die man heute dort oben noch sehen kann.
Kulturverein der Kirchgemeinde St. Jakobi Schönebeck
Breiteweg 26 * 39218 Schönebeck *
Tel.: 03928/404887
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Samstag, 25. Januar 2020
Sonntag, 18. Februar 2018
John Lennons letzte Jahre – musikalische Lesung
Unter dem Titel "John Lennons letzte Jahre" gab es heute im Saal des Gemeindezentrums eine musikalische Lesung, mit
Achim Amme, Schauspieler und Buchautor aus Hamburg, brachte die bei Droemer erschienene John-Lennon-Biographie des britischen Journalisten Philip Norman mit und ließ sich bei der Lesung musikalisch von Volkwin Müller, dem Singer/Songwriter aus Detmold begleiten.
Achim Amme, der die Episoden aus Lennons Biographie nicht einfach nur las, sondern passend dazu immer auch Lennons persönliche Hintergründe erläuterte, zeigte sich als genauer und sensibler Beobachter der Lebensumstände des Sängers. Schließlich kann in zwei Stunden Programm nur ein kleiner Teil wiedergegeben werden – Amme schaffte es, in der knappen Zeit den Bogen von Lennons Umzug nach New York bis hin zu seinem tragischen Tod zu schlagen.
Achim Amme – Lesung
Volkwin Müller – Gitarre
| Achim Amme (links) und Volkwin Müller |
Achim Amme, Schauspieler und Buchautor aus Hamburg, brachte die bei Droemer erschienene John-Lennon-Biographie des britischen Journalisten Philip Norman mit und ließ sich bei der Lesung musikalisch von Volkwin Müller, dem Singer/Songwriter aus Detmold begleiten.
Achim Amme, der die Episoden aus Lennons Biographie nicht einfach nur las, sondern passend dazu immer auch Lennons persönliche Hintergründe erläuterte, zeigte sich als genauer und sensibler Beobachter der Lebensumstände des Sängers. Schließlich kann in zwei Stunden Programm nur ein kleiner Teil wiedergegeben werden – Amme schaffte es, in der knappen Zeit den Bogen von Lennons Umzug nach New York bis hin zu seinem tragischen Tod zu schlagen.
Samstag, 25. Januar 2014
Wer braucht schon einen Engel
Unter dem Titel "Wer braucht schon einen Engel" präsentierten Bernhard Biller und Alexander Fabisch von der Theaterkompanie Leipzig ein Programm rund um das Thema Engel.
Die beiden Schauspieler betraten im Schein ihrer Taschenlampen den völlig dunklen Saal des Gemeindezentrums; eingespielte Geräusche von splitterndem Glas ließen auf einen Einbruch schließen. Kunstsammler (oder Kunsträuber?) Michael Müller (Bernhard Biller) war auf der Suche nach nicht mehr benötigten Engelsbildern, sein persönlicher Engel (Alexander Fabisch) folgte ihm als sein Schatten.
Engel sind von vielen Künstlern thematisiert worden, von Malern, wie den berühmten Italienern der Renaissancezeit (unter ihnen Raffael mit den Engeln in seiner berühmten Sixtinischen Madonna), ebenso wie von Dichtern wie Rilke und Grass oder von Musikern wie Bob Dylan oder den Phudys. Andererseits sind Engel durch die Verwendung in Werbung und Alltagsschmuck und durch ihre oft kitschige Gestaltung etwas in Misskredit geraten. Und so war, als der Kunstsammler ins Publikum fragte: "Und wie sieht's bei Ihnen aus – haben Sie Engel?", mancher geneigt, darauf mit "Nein" zu antworten. Als aber gleich darauf Müllers Schatten hinzufügte: "Sagen Sie dem nichts, der klaut Ihnen auch Ihren Weihnachtsschmuck", war wohl jedem spätestens an der Stelle wieder klar: spätestens Weihnachten hat wohl jeder den einen oder anderen Engel zu Hause.
Biller und Fabisch hatten ihr Programm zusammengesetzt aus einer ganzen Reihe von Texten aus Literatur und Musik, die jedoch nicht einfach so rezitert wurden. So plauderten sie teilweise scheinbar belanglos (und dennoch fachkundig: "zum Beispiel ist dieser Engel von Chagall. Erkennbar an der überwiegend blauen Farbe und dem typischen russischen Dorf am oberen Bildrand") über ein Bild, und bauten dann unversehends den Text eines Gedichtes oder ein Prosastück in ihr Programm ein.
Der Reiz des Programms bestand darin, daß die Texte durch die Verteilung auf die beiden Personen gleichsam neu zusammengesetzt wurden und sich dadurch zu einem zu einem Theaterstück zusammenfügten. Das eigentliche Thema fand, wenn auch durch die Wahl der Texte immer präsent, dennoch eher im Hintergrund statt, als Kette von Gedanken, die durch die Anordnung der Texte bei den Zuhörern assoziiert wurden.
Das Programm klang wie dessen Beginn im Dunkeln aus, als Biller und Fabisch hinter einer rückseitig rot angestrahlten Leinwand agierten und ihre Hände und Körper zu einem geheimnisvollen Schattenspiel wurden.
(Text + Foto: Thoralf Winkler)
Die beiden Schauspieler betraten im Schein ihrer Taschenlampen den völlig dunklen Saal des Gemeindezentrums; eingespielte Geräusche von splitterndem Glas ließen auf einen Einbruch schließen. Kunstsammler (oder Kunsträuber?) Michael Müller (Bernhard Biller) war auf der Suche nach nicht mehr benötigten Engelsbildern, sein persönlicher Engel (Alexander Fabisch) folgte ihm als sein Schatten.
Engel sind von vielen Künstlern thematisiert worden, von Malern, wie den berühmten Italienern der Renaissancezeit (unter ihnen Raffael mit den Engeln in seiner berühmten Sixtinischen Madonna), ebenso wie von Dichtern wie Rilke und Grass oder von Musikern wie Bob Dylan oder den Phudys. Andererseits sind Engel durch die Verwendung in Werbung und Alltagsschmuck und durch ihre oft kitschige Gestaltung etwas in Misskredit geraten. Und so war, als der Kunstsammler ins Publikum fragte: "Und wie sieht's bei Ihnen aus – haben Sie Engel?", mancher geneigt, darauf mit "Nein" zu antworten. Als aber gleich darauf Müllers Schatten hinzufügte: "Sagen Sie dem nichts, der klaut Ihnen auch Ihren Weihnachtsschmuck", war wohl jedem spätestens an der Stelle wieder klar: spätestens Weihnachten hat wohl jeder den einen oder anderen Engel zu Hause.
Biller und Fabisch hatten ihr Programm zusammengesetzt aus einer ganzen Reihe von Texten aus Literatur und Musik, die jedoch nicht einfach so rezitert wurden. So plauderten sie teilweise scheinbar belanglos (und dennoch fachkundig: "zum Beispiel ist dieser Engel von Chagall. Erkennbar an der überwiegend blauen Farbe und dem typischen russischen Dorf am oberen Bildrand") über ein Bild, und bauten dann unversehends den Text eines Gedichtes oder ein Prosastück in ihr Programm ein.
Der Reiz des Programms bestand darin, daß die Texte durch die Verteilung auf die beiden Personen gleichsam neu zusammengesetzt wurden und sich dadurch zu einem zu einem Theaterstück zusammenfügten. Das eigentliche Thema fand, wenn auch durch die Wahl der Texte immer präsent, dennoch eher im Hintergrund statt, als Kette von Gedanken, die durch die Anordnung der Texte bei den Zuhörern assoziiert wurden.
Das Programm klang wie dessen Beginn im Dunkeln aus, als Biller und Fabisch hinter einer rückseitig rot angestrahlten Leinwand agierten und ihre Hände und Körper zu einem geheimnisvollen Schattenspiel wurden.
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| Alexander Fabisch |
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| Bernhard Biller |
(Text + Foto: Thoralf Winkler)
Standort:
Schönebeck (Elbe), Deutschland
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