Mittwoch, 29. Mai 2019

Landesposaunenfest – Musical "Steh auf!"

Ein Kinder-Musical mit kräftigen Bläserklängen und Kinderchor erklang am Abend in der Schönebecker Jakobi-Kirche beim Landesposaunenfest der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands.

Großvater: Sven Schimpke
Enkel: Kjell Pommeranz
Erzähler: Jürgen Groth
Bläser: Jungbläserchor des Landesposaunenfestes, Landesjugendposaunenchor der EKM
Saxophon: Albrecht Schiffermüller
Querflöte: Claudia Lampert
Gitarre: Adrian Traore
Drums, Percussion: Dominik Herbst, Vincent Thormann
Klavier: Laura Pannier
Evangelischer Kinder- und Jugendchor Schönebeck
Kinderchor der Ev. Grundschule Philipp Melanchton Aschersleben
Choreinstudierung: Claudia Lampert
Chorleitung: Carsten Miseler
Musikalische Gesamtleitung: Frank Plewka
Text: Marita Gramm
Musik: Reinhard Gramm
Das Musical "Steh auf!" war nicht zufällig für diesen Abend ausgewählt –  es stand auch namensgebend für das gesamte Landesposaunenfest. Die Handlung ist schnell erzählt: Bauarbeiter, frisch verliebt in das schönste Mädchen des Dorfes, erleidet einen Arbeitsunfall und ist fortan gelähmt. Er leidet darunter, nicht laufen zu können, erst recht, als die Eltern des Mädchens sagen, "du kannst doch keinen Krüppel heiraten" und die Hochzeit mit einem anderen vorbereiten. Zufällig kommt Jesus ins Dorf und der Kranke wird zu ihm gebracht. "Steh auf", sagt er zu ihm, "nimm Dein Bett und geh hinaus". Das Vertrauen in die Kraft des unbekannten Heilers half dem Lahmen, wieder zu gehen.

Die Handlung des Musicals wurde auf der Bühne im Gespräch eines Großvaters mit seinem Enkel dargestellt. Der Großvater, der sich bald als der frühere Gelähmte erweist, erzählt dem Enkel von früher, vom Zusammentreffen mit seiner Frau. "Ach muss Liebe schön sein" ruft der Kinderchor. Gelächter im Saal (das Stück hatte immer wieder seine erfrischend fröhlichen Momente).  Auch als der Chor mit dissonanten Stimmen "die Miesepeter" verkörpert, die alles schlechtreden, ist so ein Moment.

Die Mischung aus Bläsern und Kinderchor hat interessant akzentuierte Bläsersätze, bei denen auch mit dem Wechsel der Dynamik und des Rhythmus' gespielt wird. Zwischendurch erinnern mich Bläsersätze an Schostakovichs Jazz-Suite. Als am Ende "Steh auf!" erklingt, ist das ein voll tönender Schlusschoral, in dem es heißt "Steh auf, Gott gibt Dir Kraft, man soll das Wunder sehn".

In dieses Thema stimmt auch Pfarrer Johannes Beyer ein, der angesichts dieser "wunderbaren Tage des Landesposaunenfestes, die voller Hoffnung und Zuversicht sind" in seiner Abend-Andacht davon spricht, Hoffnung auch in ausweglosen Situationen zu haben. Und auch zu einem anderen Aufstehen ruft er auf: "Streit darf sein, aber steht auf gegen Haß". Und an die jungen Musiker gewandt sagte er, "gut dass es immer Hoffnung gibt – und Eure Musik trägt dazu bei".

Nach dem Konzert sprach ich mit dem Dirigenten und den beiden Chorleitern. Frank Plewka war sehr zufrieden mit den jungen Musikern. Eine gemeinsame Probe mit allen Musikern hatte er am Vormittag und dann musste alles sitze. "Das klappte auch wunderbar", sagte er. Die beiden Chöre aus Schönebeck und Aschersleben hatten die Lieder jeder für sich geübt. Vor zwei Wochen gab es dann eine erste gemeinsame Probe und dann die Generalprobe am Vormittag. "Bei den Rhythmen der Lieder sind die Kinder immer voll dabei, das klappt immer gut, da sind die Kinder voll mitgegangen", sagt sie, "bei den Texten ist es vor allem bei den jüngsten manchmal etwas schwierig.

Auch Marita und Reinhard Gramm, die Textdichterin und der Komponist, waren im Publikum. Das Musical war in Schönebeck zwar keine komplette Urauffühung. Dennoch war einiges völlig neu. "Die Musik hatte ich ursprünglich als Begleitung einer szenischen Lesung geschrieben", sagte Reinhard Gramm, "und dann kam Carsten Miseler mit der Idee auf mich zu,  einen Kinderchor singen zu lassen". Darauf hin entstanden neue Texte und Chorsätze dazu. Also war es zumindest eine Teil-Uraufführung. 

Das Publikum – die Kirche war bis zur letzten Bankreihe besetzt – dankte den Musikern mit kräftigem Applaus. Eine kurze Zugabe gab es dann auch noch, ehe alle nach Hause gingen (oder noch an der Kirche stehen blieben und sich unterhielten).


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