Sonntag, 10. Juni 2018

Sinfonieorchester Magdeburger Musikfreunde

Am Sonntag wurde in der Schönebecker St.-Jakobi-Kirche das sechzigste Jubiläum des Sinfonieorchesters Magdeburger Musikfreunde gefeiert – mit einem Konzert, das sich hören lassen konnte.

Sinfonieorchester Magdeburger Musikfreunde
unter Leitung von Gero Wiest

Das Orchester wurde 1958 als „Collegium Musicum“ gegründet, in dem inzwischen Profis und ambitionierte Laien vom Handwerker bis zu Ärztin, von der Studentin bis zum Rentner spielen. Die Bezeichnung Laien-Orchester wäre bei dem vollen Klang des Orchesters ein großes Stück zu tief gestapelt. Und auch die Bezeichnung „Magdeburg“ im Namen ist nicht ganz zutreffend, schließlich spielen dort auch einige Schönebecker mit. Das war Anlass dafür, ein Konzert der Saison auch in Schönebeck zu spielen, zum siebten Mal schon in St. Jakobi.

Das Konzert fand mit Unterstützung der Schönebecker Softwarefirma Social Map statt. Diese übernahm  die Kosten der Aufführung und stellte im Gegenzug die Eintrittsgelder dem Verein „Teddy-Wünsche“ aus Calbe zur Verfügung, der schwer kranken Kindern Wünsche erfüllt. Pfarrer Johannes Beyer brachte zur Begrüßung eine große Sparbüchse in Teddy-Form mit und rief die Besucher dazu auf, darin die Spendensumme weiter zu erhöhen. An den 60. "Geburtstag" des Orchesters anspielend fragte er in die Runde, ob wohl noch jemand aus dem Gründungsjahr mitspiele. Nein, die müssten jetzt wohl alle über 80 sein – so alt war dann doch keiner der Musiker.

Für das Konzert zum sechzigsten Jubiläum hatte Dirigent Gero Wiest schon in der vergangenen Saison angekündigt: „da versuche ich, Werke von Leonard Bernstein in den Mittelpunkt zu stellen, der 2018 einhundert Jahre alt geworden wäre“. Ganz unkomplizert war das nicht, vor allem, weil das Ausleihen der Noten für die Bernstein-Werke sehr teuer ist. "Das wird nach Monaten berechnet und wir als Orchester von Hobbymusikern brauchen dann doch länger als ein Profiorchester für die Proben", erklärte Gero Wiest. "Etwa ein halbes Jahr brauchten wir die Noten. Zum Glück kam uns der Verlag da etwas entgegen, indem er für Laienorchester eine andere Preisstaffel anbietet". Mit den Proben begann das Orchester im Januar, mit wöchentlichen Terminen und einem ganzen Probenwochende.

Vor Bernstein stand aber – trotz sommerlicher Hitze – Robert Schumanns Frühlingssinfonie auf dem Programm. Das mit wuchtigen Klängen beginnende Werk erwies sich als eine ebenso festliche wie fröhliche Musik mit einigen bekannten Melodien, und zwischendrin schienen auch Vogelstimmen in die Musik eingebaut zu sein.

Die Musik aus Leonard Bernsteins „West Side Story“ bildete einen kräftigen Kontrast zu den romantischen Klängen. Musik im Bigband-Sound füllte die Kirche, zum (wenigstens gedanklichen) Mitsingen geeignet und mit dem begeisternden „America“ als Finale.

Sonntag, 18. Februar 2018

John Lennons letzte Jahre – musikalische Lesung

Unter dem Titel "John Lennons letzte Jahre" gab es heute im Saal des Gemeindezentrums eine musikalische Lesung, mit
Achim Amme – Lesung
Volkwin Müller – Gitarre
Achim Amme (links) und Volkwin Müller

Achim Amme, Schauspieler und Buchautor aus Hamburg, brachte die bei Droemer erschienene John-Lennon-Biographie des britischen Journalisten Philip Norman mit und ließ sich bei der Lesung musikalisch von Volkwin Müller, dem Singer/Songwriter aus Detmold begleiten.

Achim Amme, der die Episoden aus Lennons Biographie nicht einfach nur las, sondern passend dazu immer auch Lennons persönliche Hintergründe erläuterte, zeigte sich als genauer und sensibler Beobachter der Lebensumstände des Sängers. Schließlich kann in zwei Stunden Programm nur ein kleiner Teil wiedergegeben werden – Amme schaffte es, in der knappen Zeit den Bogen von Lennons Umzug nach New York bis hin zu seinem tragischen Tod zu schlagen.

Sonntag, 21. Januar 2018

Das Teutsche Volkslied – Lieder aus 8 Jahrhunderten

Heute waren T & T Wollner zu Gast im Gemeindezentrum von St. Jakobi in Schönebeck. Im Programm hatten sie "Lieder aus Teutschen Landen" – Volkslieder aus 8 Jahrhunderten, von Walter von der Vogelweide bis ins 20. Jahrhundert. 
Tabea Wollner – Gesang, Flöte, Ukulele, Trommel, Mundharmonika
Tobias Wollner – Gesang, Klavier, Trommel

Beide Wollners kommen schlicht und überwiegend schwarz gekleidet auf die Bühne, er im Frack mit weinroten Ärmelaufschlägen und mit Zylinder auf dem Kopf, sie in einem mit Papierstreifen drapierten schwarzen Reifrock. Dem Publikum stellen sie sich als zwei in Volksliedern immer wieder vorkommende Figuren vor: er als Linde, sie als Brunnen.

Ihr Programm beginnen sie mit zweistimmigem Gesang, alte Lieder aus dem Mittelalter, begleitet von Flöte, Akkordeon und Schellentrommel. Unter der Linde singt die Nachtigall, tandaradei. Am Brunnen möcht' ich sitzen, tandaradei. Und das Röslein auf der Heide möcht nicht gebrochen sein. Von Beginn an ist deutlich: das Programm ist keine Folge von Volksliedern in der Form, wie man sie aus dem Schulbuch kennt. Die Wollners mischen in ihrem Programm ganz alte Lieder mit solchen aus der Romantik, sie variieren die Melodien, interpretieren die Lieder neu und hinterfragen in ihren Moderationen und Dialogen die Geschichte der Lieder. Da mischen sich – für das Publikum zum mitsingen auf Liedzettel gedruckt – Paul Gerhardts "nun ruhen alle Wälder" und Matthias Claudius' "der Mond ist aufgegangen" in einer einzigen Melodie.

Sonntag, 18. Juni 2017

Sinfonieorchester Magdeburger Musikfreunde

Das Sinfonieorchester Magdeburger Musikfreunde unter seinem Dirigenten Gero Wiest musizierte bereits zum fünften Mal in der Schönebecker St.-Jacobi-Kirche. Diesmal stand das Konzert unter dem Titel Reformation.


Trotz der Sommerhitze waren knapp einhundert Konzertbesucher in die St.-Jacobi-Kirche Schönebeck bekommen und fanden dort nicht nur angenehme Temperaturen, sondern vor allem ein großartiges Konzerterlebnis. Das Sinfonieorchester Magdeburger Musikfreunde schaffte es in seinem Konzert, sowohl dem Telemann- als auch dem Reformationsjahr gerecht zu werden und dabei doch abseits der all zu bekannten Musik zu bleiben. Bereits das erste Stück, Georg Philipp Telemanns (1681 – 1767) Kantate „Sey tausendmal willkommen“ war Musik zu einem Text von Martin Luther – und wurde 1730 zum 200. Jahrestag der Augsburger Konfession komponiert und erst vor wenigen Jahren vom Magdeburger Telemann-Zentrum wieder entdeckt. „Eine Verlegenheitskomposition von Telemann“, erklärte Dirigent Gero Wiest. „Telemann musste Musik in den fünf Hamburger Hauptkirchen aufführen, hatte aber nicht genug Musiker – da schrieb er diese Kantate“. So lag Telemanns Schwerpunkt auf dem Gesang, den die Sopranistin Elisabeth Göckeritz hervorragend interpretierte.

Sonntag, 19. März 2017

Pianocello: Improvisationen zur Passion

Heute gab es ein Konzert von Pianocello.
Juliane Gilbert – Violoncello
Almuth Schulz – Piano

Mit „Musik zwischen Klassik, Romantik und Jazz“ hatten Juliane Gilbert und Almuth Schulz aus Dresden ihr Programm umschrieben. Passend zur Passionszeit hatten sie zusätzlich einige Kirchenchoräle in das Konzert aufgenommen. Dass beide Musikerinnen auch in der improvisierten Musik zu Hause sind, machten sie gleich bei den ersten Takten eines Menuetts von Johann Sebastian deutlich. In Bachs exakte Klänge mischten sie synkopische Rhythmen, wie man sie aus dem Jazz kennt – gewollte Abweichungen von der gewohnten Betonung.

Sonntag, 19. Februar 2017

Ausstellung von Uwe Siegmeier

13. Ausstellung des KuK 26 zeigt fotografische Heimaten

Unter dem Titel „Heimaten“ wurde heute im Gemeindezentrum St. Jakobi Schönebeck eine Ausstellung des aus Schönebeck stammenden und in Goslar lebenden Fotografen Uwe Siegmeier eröffnet.

Uwe Siegmeier (3. von rechts) erklärt seinen
fotografischen Blick auf die
Stadtansicht von Schönebeck

Bei der Vernissage berichtete Uwe Siegmeier, Jahrgang 1937, von seiner Kindheit in der Burg Schadeleben, die damals nicht nur Pflegeeinrichtung, sondern auch Erziehungsheim war. Dort arbeitete seine Mutter als Erzieherin. Im Jahr 1949 floh seine Mutter mit ihm in den Westen. Dieses Ereignis lieferte später den Titel „Rüber gemacht“ für ein Buch, in dem er seine Lebensgeschichte aufgeschrieben hatte. Seine Partnerin Rita Burkamp las daraus das Kapitel, in dem die Flucht von Mutter und Sohn von Schönebeck aus beschrieben wurde. Mit dem Zug ging es nach Stapelburg und zu Fuß über die bereits damals bewachte Grenze.  „Er hat in Goslar eine neue Heimat gefunden, aber seine alte nie vergessen“, sagte sie und berichtete von vielen Reisen an die Orte seiner Kindheit.

In den zurückliegenden Jahren war auch die Kamera dabei. So sind in der Ausstellung Fotos aus Goslar und Schönebeck enthalten, seinen beiden Heimaten. Auch aus der deutschen Hauptstadt kamen Motive. Auf den ersten Blick fällt zunächst die in vielen Fotos quietschbunte Farbgestaltung auf, die Uwe Siegmeier bewußt überhöht hat. Schaut man dann ein zweites mal hin, sieht man, daß der Fotograf viele seiner Fotos durch Überlagerungseffekte neu zusammensetzt und dadurch ungewohnte Sichtweisen auf bekannte Objekte liefert. Mal vereint er unterschiedliche Blinkwinkel in einem Bild oder weist bildlich auf geschichtliche Hintergründe hin, wie in seinem Bild Schönebeck, Mahnung 1, andere Bilder wirken durch ihre grafischen Strukturen, ohne dass es eines konkret erkennbaren Objektes bedarf (Friedrichstraße). 

Viele der Fotos von Uwe Siegmeier sind auch auf der Internetseite des Fotografen zu sehen. In der kleinen Bildschirmansicht kommen viele Details jedoch gar nicht richtig zur Geltung – die Bilder wirken viel stärker beim Betrachten der großformatigen, auf Leinwand gedruckten Fotos. Zu besichtigen sind diese zu den Öffnungszeiten des Gemeindebüros (Mi. und Fr. 9-12 Uhr und Do. 16-19 Uhr) und nach tel. Vereinbarung (03928/404887). 

Dienstag, 14. Februar 2017

Klezmer mit Harrys Freilach

Harrys Freilach spielten am Valentinstag in Schönebeck
Harry Timmermann – Klarinette
Nikos Tsiachris – Gitarre
Robin Draganic – Baß
Alexandr Danko – Akkordeon
Nikos Tsiachris, Harry Timmermann, Robin Draganic
und Alexandr Danko (von links)

Am Valentinstag hatte das Gemeindezentrum St. Jakobi zum Klezmerkonzert eingeladen. Für „Harry’s Freilach“, so der etwas merkwürdig klingende Name der Band, genügten die ersten Takte der unverkennbaren Klarinettenklänge, um das Schönebecker Publikum für sich einzunehmen. Bis zur Pause standen eher festliche Varianten des Klezmer im Vordergrund, im zweiten Teil ging es dann sehr fröhlich zu. Schließlich steckt das Wort „fröhlich“ auch im Bandnamen „Freilach“. Die muntere Musik regte zum Mitwippen und Mitklatschen an. Es hätte nicht viel gefehlt und einige Konzertbesucher hätten angefangen zu tanzen.