Sonntag, 19. Mai 2019

Ökumenischer Gottesdienst beim Brunnenfest

Ein ökumenischer Gottesdienst vereinte die Schönebecker Christen am Sonntagmorgen auf dem Marktplatz beim Schönebecker Brunnenfest.


Auf der Brunnenfest-Bühne, die mit dem aufgestellten Tragekreuz zum provisorischen Altar wurde, saßen die Bläser des Posaunenchores. Mit deren Unterstützung sang die versammelte Gemeinde "Die güldene Sonne voll Freude und Wonne". Das Lied von Paul Gerhardt war wie für diesen sonnigen Morgen geschrieben, warf doch die Sonne an diesem schönen Maientag ihr "herzerquickendes, liebliches Licht", wie es im Lied heißt, warm und hell auf die Erde und auf Schönebeck. Eine festliche und zugleich fröhliche Stimmung breitete sich aus, von der sich auch die anstecken ließen, die "einfach nur so" über den Markt schlenderten, um das Brunnenfest zu besuchen.

Johannes Beyer, Pfarrer der evangelischen Kirche St. Jakobi, sprach in seiner Predigt über die Liebe und den Frieden, den hier in der Stadt und den in der Welt. Und Thomas Thorak, Pfarrer der katholischen St. Marien, griff in seiner Predigt die Jahreslosung "Suchet den Frieden und jaget ihm nach" auf und sprach über den Frieden im Großen und im Kleinen, die sich in der Liebe der Menschen zueinander ausdrückt. Bezogen auf die in einer Woche folgenden Wahlen sagte er "wir wählen keine Götter, wir wählen Menschen" und wünschte den Politikern "Liebet die Menschen, so wie Gott Euch liebt". "Wollen wir den Frieden Gottes oder nur unseren eigenen, koste es was es wolle?", auch diese Frage führte zurück auf den Inhalt der Jahreslosung. Eine Welt zu schaffen, die eine Welt des Miteinanders ist – diese scheinbar einfache und doch so schwere Forderung fand ihren Ausdruck im gemeinsamen Gebet des Friedensgebetes von Coventry. Pfarrer Beyer schloss den Gottesdienst mit einem Aufruf, nicht auf das zu schauen, was uns trennt, sondern wie wir in Schönebeck zusammenleben können.

Mit gemeinsamen Gesang, mit dem immer wieder berührenden irischen Reisesegen, endete dieser ökumenische Gottesdienst.
Mögen sich die Wege 
vor Deinen Füßen ebnen, 
mögest Du den Wind im Rücken haben. 
Und bis wir uns wiedersehn, 
möge Gott seine schützende Hand 
über Dich halten. 

Möge die Sonne 
auch Dein Gesicht bescheinen
Regen sanft auf Deine Felder fallen
Und bis wir uns wiedersehn, 
möge Gott seine schützende Hand 
über Dich halten. 

Kleine Anekdote am Rande: unter den Passanten, die spontan stehengeblieben waren und dem Gottesdienst lauschten, war ein Ehepaar von der festlichen Stimmung anscheinend so beeindruckt, dass der Mann zu seiner Frau sagte: "das ist ja wie Weihnachten". :-)

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