Freitag, 23. August 2019

Planxty Irwin – irische Musik beim Gemeindefest

Beim jährlichen Gemeindefest von St. Jakobi, das passend zum letzten Arbeitstag der Woche unter dem Titel "Zum Feierabend" stand, spielte die Irish-Folk-Band Planxty Irwin. Die Musik der Magdeburger kam an diesem warmen Sommerabend und im romantischen Kirchgarten an der alten Stadtmauer beim Publikum wunderbar an. 

Jana Schirrmacher, Jörg Ratai,Andreas Thiele,
Friedrich Nieper und Thomas Riedel (v.l.n.r.)
Andreas Thiele – Dudelsäcke & Whistles
Thomas Riedel – Gitarren, Bass & Gesang
Jana Schirmacher – Gesang & Percussion
Jörg Ratai – Gitarre, Bass & Bouzouki
Friedrich Nieper – Violine
Der Abend begann mit einer Andacht in der Kirche und einem gemeinsamen Abendessen im Kirchgarten – zu dem viele Kuchen, Salate, Tomaten oder Obst mitgebracht hatten –, mit Grillwürsten der benachbarten Fleischerei. Im Kirchgarten verbreitete sich eine fröhliche Stimmung wie bei einer Sommerparty. Als Birgit Beyer dann "die Musik fängt jetzt an" rief, packten alle ihre Bierbänke und zogen um, vor die Freilichtbühne an der alten Stadtmauer.

Mit dem "Song vor Ireland" von Phil und June Colclough, arrangiert von Thomas Riedel, begann die Band ihr Konzert. Jana Schirmacher singt mit zarter Stimme, nur leise von den Thommy Riedel und Jörg Ratai an den Gitarren und Friedrich Nieper an der Violine begleitet. "Walking all the day ..." heißt es im Text, "Ich gehe den ganzen Tag, an der Atlantikküste entlang, vorbei an Burgen, in deren Türmen die Falken nisten..." , aber auch: "Ich trinke den ganzen Tag, in Pubs, in denen die Fiddler spielen... Ich träume den ganzen Tag, von einem Land, in dem niemand mehr kämpfen muss". Eine leise Melancholie liegt in vielen Liedern des Abends in Musik und Text. Die Band spielt aber ebenso auch fröhlich-tänzerische Stücke, nicht nur aus Irland – schottische Reels sind ebenso zu hören. Natürlich sind auch Klassiker wie "Down by the sally gardens" zu hören. Auch das wieder ein leises und langsames Liebeslied. "Sagte ich eigentlich schon, dass wir Lieder von der Liebe singen, von der Liebe und von der Liebe?", fragte Jana Schirmacher ins Publikum hinein.

Sonntag, 16. Juni 2019

Sinfonieorchester Magdeburger Musikfreunde

Die "Fanfare for the common man" mit ihrer markanten Melodie und ihren kräftigen Klängen von Bläsern und Pauken stand am Beginn des Konzertes des Sinfonieorchesters Magdeburger Musikfreunde. Das Magdeburger Laienorchester, eines der gößten und traditionsreichsten in Sachsen-Anhalt, kam heute zu seinem Sommerkonzert nach Schönebeck in die St.-Jakobi-Kirche.


Nach den feierlichen Klängen von Aaron Copland kamen Kai Draband von der Schönebecker Softwarefirma SocialMap und Antje Schmidt von den Maltesern aus Magdeburg auf das Podium. Sie sprachen über die Hintergründe des heutigen Konzertes, das SocialMap als Benfizkonzert sponserte. "Wir unterstützen das Konzert des Sinfonieorchesters in Schönebeck schon seit Jahren, und wir wollen neben der Musik zugleich auch soziale Zwecke unterstützen", erklärte Kai Draband. "Wir schauen in jedem Jahr, welches besondere Vorhaben wir unterstützen wollen. In diesem Jahr ist es ein Projekt der Malteser in Magdeburg, das unheilbar Kranke am Ende ihres Lebens unterstützt. Der Tod trifft jeden von uns und da ist es gut, dass es Menschen gibt, die einen auffangen". Um was es dabei geht, erläuterte Antje Schmidt und stellte den Ambulanten Hospiz- und Palliativdienst der Malteser vor. "Im Hospizdienst begleiten wir Sterbende und haben dort auch mit Kindern und Jugendlichen zu tun, als Sterbende oder als Kinder von todkranken Eltern. Wir haben gemerkt, dass wir viel zu wenige junge Leute unter unseren ehrenamtlichen Helfern haben. Damit auch junge Menschen eine solche Begleitung übernehmen können, beginnen wir zur Zeit das Projekt 'Junge Menschen für die Sterbe- und Trauerbegleitung zu befähigen'. Die Sterbebegleitung leisten bei uns Ehrenamtliche, die von uns in einem Befähigungskurs geschult und zertifiziert werden. Wir suchen immer Interessierte, egal welchen Alters, aber hier wollen wir gezielt junge Erwachsene ansprechen, sich für diese Aufgabe zu engagieren."  Nach dem Konzert beantwortete Antje Schmidt auch Fragen von Konzertbesuchern und gab Informationen zu ihrer Arbeit.

Zurück zum Konzert: Standen zu Beginn des Konzertes nur die Bläser auf der Bühne, so waren es anschließend die Streicher. Man könnte meinen, Gero Wiest hätte das Programm extra so zusammengestellt, dass ein Teil seiner Musiker noch im Publikum sitzen und ihren Kolleginnen und Kollegen zuhören kann. Bei Johann Sebastian Bachs Konzert für 2 Violinen und Streicher (BWV 1043) dirigierte Gero Wiest von seiner kleinen Orgel aus, die statt des Dirigentenpultes vor ihm stand. Bachs Musik war mit den leisen Streicherklängen ein Kontrast zum zuvor gehörten Stück. Laura Traversa Bolzoni und Xenia Grande standen als Solistinnen auf der Bühne. Für Laura Traversa Bolzoni war es nach ihrem Umzug nach München das letzte Konzert mit dem Orchester, in dem sie zuvor Konzertmeisterin war. Von ihren Orchsterkollegen wurde sie mit großem Applaus verabschiedet.

Im dritten Stück des Konzertes war Katrin Elstner die Solistin auf der Oboe. John Barbirolli, der bis 1970 lebte, adaptierte in seinem Konzert für Oboe und Streichorchester Musik von Giovanni Pergolesi. Und so versteckte sich in dieser Komposition eines beinahe zeitgenössischen Komponisten ein Stück italienische Barockmusik.

Das Hauptwerk des Konzertes – nun stand auch das vollständige Orchester auf der Bühne – war eine Komposition des Amerikaners Howard Hanson. "Hanson ist hier nahezu unbekannt", sagte Gero Wiest, "aber in den USA wird er sehr geschätzt und wird auch oft von High-School-Orchestern aufgeführt". Die Bedeutung von Hanson machte er auch daran deutlich, dass "Leonard Bernstein bei Hanson eine Sinfonie für das Festkonzert zum 100. Gründungstag der New Yorker Symphoniker bestellte". Das war dessen 6. Sinfonie, für die er den ersten für Musik verliehenen Pulitzerpreis bekam. Die heute aufgeführte 3. Sinfonie war eine Wiederaufnahme ins Programm. "Vor 8 Jahren hatten wir Hansons 3. Sinfonie als deutsche Uraufführung gespielt", sagte Gero Wiest.

Mittwoch, 29. Mai 2019

Landesposaunenfest – Musical "Steh auf!"

Ein Kinder-Musical mit kräftigen Bläserklängen und Kinderchor erklang am Abend in der Schönebecker Jakobi-Kirche beim Landesposaunenfest der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands.

Großvater: Sven Schimpke
Enkel: Kjell Pommeranz
Erzähler: Jürgen Groth
Bläser: Jungbläserchor des Landesposaunenfestes, Landesjugendposaunenchor der EKM
Saxophon: Albrecht Schiffermüller
Querflöte: Claudia Lampert
Gitarre: Adrian Traore
Drums, Percussion: Dominik Herbst, Vincent Thormann
Klavier: Laura Pannier
Evangelischer Kinder- und Jugendchor Schönebeck
Kinderchor der Ev. Grundschule Philipp Melanchton Aschersleben
Choreinstudierung: Claudia Lampert
Chorleitung: Carsten Miseler
Musikalische Gesamtleitung: Frank Plewka
Text: Marita Gramm
Musik: Reinhard Gramm
Das Musical "Steh auf!" war nicht zufällig für diesen Abend ausgewählt –  es stand auch namensgebend für das gesamte Landesposaunenfest. Die Handlung ist schnell erzählt: Bauarbeiter, frisch verliebt in das schönste Mädchen des Dorfes, erleidet einen Arbeitsunfall und ist fortan gelähmt. Er leidet darunter, nicht laufen zu können, erst recht, als die Eltern des Mädchens sagen, "du kannst doch keinen Krüppel heiraten" und die Hochzeit mit einem anderen vorbereiten. Zufällig kommt Jesus ins Dorf und der Kranke wird zu ihm gebracht. "Steh auf", sagt er zu ihm, "nimm Dein Bett und geh hinaus". Das Vertrauen in die Kraft des unbekannten Heilers half dem Lahmen, wieder zu gehen.

Die Handlung des Musicals wurde auf der Bühne im Gespräch eines Großvaters mit seinem Enkel dargestellt. Der Großvater, der sich bald als der frühere Gelähmte erweist, erzählt dem Enkel von früher, vom Zusammentreffen mit seiner Frau. "Ach muss Liebe schön sein" ruft der Kinderchor. Gelächter im Saal (das Stück hatte immer wieder seine erfrischend fröhlichen Momente).  Auch als der Chor mit dissonanten Stimmen "die Miesepeter" verkörpert, die alles schlechtreden, ist so ein Moment.

Samstag, 25. Mai 2019

Landesposaunenfest – Bläserserenade auf dem Salzblumenplatz

Festliche Bläserklänge aus Posaunen, Tuben, Trompeten und Hörnern schallten über den Salzblumenplatz. Etwa 350 Musiker aus allen Teilen der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands und aus benachbarten Ländern spielten beim Landesposaunenfest zu einer riesig besetzten Bläserserenade auf.


Festliche Musik von Mendelssohn-Bartholdy stand ebenso auf dem  Programm wie Choräle. Lieder wie "Wie lieblich ist der Maien" oder "Herr bleib bei mir" luden zum mitsingen ein.

Zur Musik gehörte auch eine Andacht. Pfarrer Axel Meißner aus Schkeuditz legte Bertolt Brechts Vers "Ja mach nur einen Plan / sei auch ein großes Licht / ja mach auch einen zweiten Plan / gehn tun sie beide nicht" zu Grunde und erinnerte daran, dass wir im Osten vor 30 Jahren die Erfahrung machten, dass auch große Veränderungen klein beginnen, gegen alle Planungen verstießen. "Auf alles waren wir vorbereitet, nur nicht auf Kerzen und Gebete", zitiert er einen ehemaligen Stasi-Offizier. "Meint also nicht, Ihr seid das kleinste Licht", sagte er und rief dazu auf, "steht auf und tut, was notwendig ist, Euer Handeln hat eine Bedeutung, Euer Licht ist wichtig, seid das Salz der Erde, steht auf!" Passend dazu erklang das Motto-Lied des Landesposaunenfestes "Steh auf!" – mit voller Kraft gespielt und von allen Besuchern gesungen.

Landesposaunenfest – Markt der Möglichkeiten

Buntes Markttreiben belebte den Schönebecker Salzblumenplatz. Instrumentenbau und Infostände, Kaffee und Kuchen, Musik und Clownsspaß – für jung und für alt war etwas dabei.


An Infoständen informierte die Evangelische Kirche Mitteldeutschland über ihre Arbeit und über Möglichkeiten sich selbst einzubringen, gab es Informationen von evangelischen Schulen oder über einen Kindergarten in  Afrika und auch der Weltladen aus Gnadau war mit einem Stand vertreten.

Passend zum Landesposaunenfest war ein Instrumentenbauer vor Ort, an dessen Stand man über die Instrumente fachsimpeln oder auch gleich Reparaturen vornehmen lassen konnte. Delle im Blech? Kein Problem! Und auch bei Schäden an der Orgel hätte es Hilfe vor Ort gegeben. Werner Jankowski aus Oschersleben, Orgelsachverständiger des Kirchenkreises Egeln, war auch nach Schönebeck gekommen. Orgeln hatte er nicht mitgebracht, aber Bausätze für echte Orgelpfeifen, die man an seinem Stand selbst bauen konnte. Auf die vorgefertigten dünnen Holzbrettchen etwas Holzkaltleim drauf, zusammendrücken, mit Gummiringen fixieren und fertig war die Holzpfeife. Jankowski hatte zwei Harmonien mitgebracht. Eines davon war eine Spezialkonstruktion vom Ende des 19. Jahrhunderts für Leute, die selbst nicht Klavier spielen können. Ein Mechanismus setzte den Druck auf die mit Zahlen beschrifteten Tasten in Akkorde um. Wer "richtig" auf den Tasten des Harmoniums spielen wollte, konnten den "Anfängermechanismus" aber auch wegschieben und hatte dann ein ganz normales Harmonium vor sich.

Ein Anziehungspunkt des Nachmittags war die am Elbufer stehende LKW-Orgel von Hoffmann & Schindler. Mit dieser Orgel kann an jedem Ort ein Gottesdienst mit echter Orgelmusik begleitet werden. Der Spieltisch ist dabei über Kabel mit der Orgel verbunden. Die Übertragung der Tastenbetätigung zur Orgel erfolgt elektrisch, die Tonerzeugung ist aber rein akustisch, mit Echten Orgelpfeifen. Lieder wie "Nun danket alle Gott" oder "Herr gib uns Mut zum Brückenbaun" schallten es aus der Orgel über den Salzblumenplatz. "Wir haben das Jahr des Saxophons", sagte der Organist, "deshalb habe ich eine Saxophonistin dabei, die die Melodiestimme übernimmt". Auch klassische Musikstücke gab es, wie Eric Saties "Gymnopedie Nr. 1". Am Ende stand dann "Wohl mir, dass ich Jesum habe" von Johann Sebastian Bach.

Freitag, 24. Mai 2019

Landesposaunenfest – Kurparkkonzert

Großes Blasorchester auf der Kurparkbühne: Zum Landes-Posaunenfest der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland kamen 450 Bläser aus Thüringen, Bayern und Sachsen-Anhalt nach Schönebeck. Am Abend des ersten Tages wurde in den Kurpark zum gemeinsamen Musizieren und Feiern eingeladen.


Die evangelischen Kirchgemeinden aus Schönebeck hatten sich für diesen Abend ein gemeinsames und spontanes Picknick überlegt. Unter dem Motto "Schönebeck lädt ein" waren die Schönebecker aufgerufen, mit einem Picknickkorb voll selbst gemachten Speisen in den Kurpark zu kommen, um die Gäste zu bewirten. So waren die Tische gedeckt mit allem was man einfach so mit den Fingern und ohne Besteck und Geschirr essen kann, Snacks, belegte Brote, Gemüse+Dips, Klopse, Spieße aller Art, Süßigkeiten, Obst. Außerdem wurde gegrillt und ein Bierwagen stand auch bereit.

Etwa 70 Bläser kamen auf der Kurparkbühne zusammen, um gemeinsam den Abend mit Musik zu füllen. Festliche Klänge schallten von der Bühne in den Kurpark, aber auch fröhliche Blasmusik. "Geh aus mein Herz und suche Freud'" oder "Ich liebe meinen Gott" war eben so zu hören wie bayerische Märsche (von Juchzern aus dem Publikum untermalt) oder schwungvoller New-Orleans-Jazz.

Sonntag, 19. Mai 2019

Ökumenischer Gottesdienst beim Brunnenfest

Ein ökumenischer Gottesdienst vereinte die Schönebecker Christen am Sonntagmorgen auf dem Marktplatz beim Schönebecker Brunnenfest.


Auf der Brunnenfest-Bühne, die mit dem aufgestellten Tragekreuz zum provisorischen Altar wurde, saßen die Bläser des Posaunenchores. Mit deren Unterstützung sang die versammelte Gemeinde "Die güldene Sonne voll Freude und Wonne". Das Lied von Paul Gerhardt war wie für diesen sonnigen Morgen geschrieben, warf doch die Sonne an diesem schönen Maientag ihr "herzerquickendes, liebliches Licht", wie es im Lied heißt, warm und hell auf die Erde und auf Schönebeck. Eine festliche und zugleich fröhliche Stimmung breitete sich aus, von der sich auch die anstecken ließen, die "einfach nur so" über den Markt schlenderten, um das Brunnenfest zu besuchen.

Johannes Beyer, Pfarrer der evangelischen Kirche St. Jakobi, sprach in seiner Predigt über die Liebe und den Frieden, den hier in der Stadt und den in der Welt. Und Thomas Thorak, Pfarrer der katholischen St. Marien, griff in seiner Predigt die Jahreslosung "Suchet den Frieden und jaget ihm nach" auf und sprach über den Frieden im Großen und im Kleinen, die sich in der Liebe der Menschen zueinander ausdrückt. Bezogen auf die in einer Woche folgenden Wahlen sagte er "wir wählen keine Götter, wir wählen Menschen" und wünschte den Politikern "Liebet die Menschen, so wie Gott Euch liebt". "Wollen wir den Frieden Gottes oder nur unseren eigenen, koste es was es wolle?", auch diese Frage führte zurück auf den Inhalt der Jahreslosung. Eine Welt zu schaffen, die eine Welt des Miteinanders ist – diese scheinbar einfache und doch so schwere Forderung fand ihren Ausdruck im gemeinsamen Gebet des Friedensgebetes von Coventry. Pfarrer Beyer schloss den Gottesdienst mit einem Aufruf, nicht auf das zu schauen, was uns trennt, sondern wie wir in Schönebeck zusammenleben können.

Mit gemeinsamen Gesang, mit dem immer wieder berührenden irischen Reisesegen, endete dieser ökumenische Gottesdienst.
Mögen sich die Wege 
vor Deinen Füßen ebnen, 
mögest Du den Wind im Rücken haben. 
Und bis wir uns wiedersehn, 
möge Gott seine schützende Hand 
über Dich halten. 

Möge die Sonne 
auch Dein Gesicht bescheinen
Regen sanft auf Deine Felder fallen
Und bis wir uns wiedersehn, 
möge Gott seine schützende Hand 
über Dich halten. 

Kleine Anekdote am Rande: unter den Passanten, die spontan stehengeblieben waren und dem Gottesdienst lauschten, war ein Ehepaar von der festlichen Stimmung anscheinend so beeindruckt, dass der Mann zu seiner Frau sagte: "das ist ja wie Weihnachten". :-)

Samstag, 9. März 2019

Malte Vief: Musikalische Bilder

Heute gab es im Gemeindezentrum St. Jakobi virtuose Gitarrenmusik vom Feinsten: der Leipziger Gitarrist Malte Vief kam mit fünf unterschiedlichen Gitarren nach Schönebeck.


Der aus Norddeutschland stammende Gitarrist, der jetzt in Leipzig zu Hause ist, sagt über sich selbst, "ich komme eigentlich aus dem Bereich der klassischen  Musik, die ich aber auch erst richtig durch das Gitarrenspiel kennengelernt habe".

Heute Abend stellte Malte Vief sein neues Solo-Album "Musikalische Bilder" vor. Kompositionen, die durch seine kleinen Geschichten, die er über den Anlass seiner Musik erzählt, eine beinahe bildhafte Verständlichkeit erlangen. So gleich beim ersten Stück, "Glück": Malte Vief spricht über das Glück eines Musikers Musik zu machen, spielt tief in sein Spiel versunken sehr kräftige Akkorde, lässt zur Begleitung der Bassseiten (die zuerst gespielte Gitarre ist eine tiefer gestimmte Bariton-Gitarre und hat zudem eine zusätzliche siebte, noch tiefere Saite) die Melodien perlen – ja, so kann man sich das Glück eines Musikers vorstellen. Zu anderen Stücken ließ er sich durch seine beiden Söhne inspirieren. "Die Geburt der Kinder, sie in ihren ersten Monaten zu erleben, das alles war eine sehr tiefe, intensive und andächtige Erfahrung", sagte er. Musikalisch umgesetzt in komprimierten und intensiven musikalischen Impressionen, zarten und anrührenden Klängen. Das Spiel der Kinder, vielleicht auch manche Auseinandersetzung, klang in "Brüder" an, das dann deutlich kräftiger klang.

Seine Musik, seine Eigenkompositionen spielt Malte Vief ebenso virtuos wie beiläufig leicht, wenn er darin verschiedene Stile mischt und auch Folklore-Elemente einfügt. Etwa wenn er von Reisen nach Skandinavien berichtet, nach jenseits des Polarkreises, im Sommer wie im Winter. "Dass dort die Sonne im Sommer nicht untergeht, weiß man zwar. Aber das selbst zu erleben, in dieser weiten Landschaft zu sitzen, war großartig. Und im Winter ist es ähnlich beeindruckend". Musikalisch umgesetzt in langsam-balladenhaften Klängen, mit Melodien wie man sie aus schwedischen Volksliedern kennt.

Donnerstag, 14. Februar 2019

Capriccio

Am Valentinstag sorgte Capriccio für rockige Klänge. Die Zwei-Mann-Band aus Sängerin Sabine Waszelewski und Gitarrist Klaus-Jürgen Dobeneck brachte in ihrem Programm "Rocklegenden" ihre eigene Auswahl der wichtigsten großen Rocktitel im restlos ausverkauften Gemeindezentrum St. Jakobi Schönebeck auf die Bühne.
Sabine Waszelewski – Gesang, Gitarre
Klaus-Jürgen Dobeneck – Gitarre, Flöte, Gesang

Als die beiden auf die Bühne kommen, erinnert Sabine Waszelewski scherzhaft an den Anlass des Konzertes: "Woran merkt man, dass man alt ist? Wenn man am Valentinstag nichts besseres zu tun hat als Musik zu machen" sagte sie und hatte damit die Lacher des nicht mehr ganz jungen Publikums auf ihrer Seite, vor allem, als sie hinzusetzte, "aber ihr seid ja heute auch hier". Immerhin sind ja auch die Musiker der originalen Musikstücke inzwischen auch schon in hohem Alter: "Wenn man Rocklegende sein will, muss man entweder alt oder schon tot sein". Unter diesen Rocklegenden waren Uriah Heep, Joe Cocker, The Eagles, The Beatles (und auch deren einzelne Musiker), Eric Clapton, The Stones und Abba.    

Gespielt werden Titel, die wohl jeder kennt, mitunter auch in Variationen, die wiederum von anderen als den originalen Musikern eingespielt wurden. Zwischen den Titeln gibt Sabine Waszelewski  immer wieder Anmerkungen, die die Musik in die Zeitgeschichte einordnen, an die Geschichte der Bands erinnern oder auch Hintergründe zu den Titel lieferten. So etwa zu "House of the rising sun" – hätten Sie gewusst, dass sich hinter dem Haus in New Orleans ein Freudenhaus verbarg?

Samstag, 19. Januar 2019

Mit Sex & Crime durchs Altersheim

Jürgen Fliegel und Bernhard Biller von der Leipziger Theaterkompanie brachten in ihrem Kabarettprogramm die Probleme des älter werdens und des älter seins ebenso auf die Bühne wie die spitzbübische Freude daran, als Alte auch mal überlegen zu sein und dem Leben ein Schnippchen zu schlagen.


Der Humor der beiden, die in immer wieder neuen, unterschiedlichen Rollen auf die Bühne des Gemeindezentrums kommen, ist oft von einer kräftigen und direkten Art. Der Herkunft der Schauspieler entsprechend ist oft auch eine Spur Sächsisch dabei, das zu einer vertrauten Verbundenheit der Rollen mit dem überwiegend älteren Publikum führt. Man merkt, dass den Zuschauern die Probleme des Alters und des älter werdens bekannt sind. Man merkt aber auch, dass diese herzlich darüber lachen können. Und das ist sicher das Beste, was man in jeder Lebenslage machen kann. Egal ob die beiden alten Herren Schmidt und Walther am Stock gehend die Bühne betreten und "Stöcke hoch, jetzt geht es rund" singen, der "Clemens mit der Demenz" als ehemaliger Schlagerstar auftritt (und seinen Text genau dort vergißt, wo ihn das Publikum sofort wie von selbst ergänzt und weitersingt) oder die flotte Frau Sengelblech zum "Table-Dance in der Seniorenresidenz" singt und ihr Bein lasziv um den Gehstock schlingt – von Anfang haben Biller und Fliegel die Lacher des Publikums fest auf ihrer Seite.  

Eher unterschwellig kommen auch ernsthaftere Fragen in das Programm, etwa wenn sich zwei Rentner im schwarzen Kapuzenpulli aufmachen, "Mehr Rente für alle!" an die Wand zu sprühen, dann aber überlegen, ob damit auch die gemeint sind, die schon zu viel haben. Oder wenn ein Abgeordneter der PDGJ, der Partei der Goldenen Jahre, in einer Bundestagsrede die Bedürfnisse der Alten einfordert. Die zwar auch mal albern sein können, wie verkürzte Mindesthaltbarkeit von Lebensmitteln ("so lange haben wir nicht mehr Zeit"), aber auch so notwendig wie etwa verlängerte Grünphasen an Fußgängerampeln.

Sonntag, 6. Januar 2019

Bläserkonzert zum Dreikönigsfest

Der Bläserkreis der Ev. Landeskirche Anhalts (Leitung: Steffen Bischoff) gab in St. Jakobi Schönebeck ein festliches Konzert zu Weihnachten und Epiphanias. Das Konzert für Blechbläser, Orgel und Schlagwerk war für die vielen Besucher in der beinahe bis zur letzten Reihe gefüllten Schönebecker Jakobi-Kirche ein musikalischer Ausklang der Weihnachtszeit.
Trompeten: Matthias Kranz, Andreas Köhn, Carsten Miseler, Steffen Klimmt, Andreas Oltersdorf, Ute Köhn, Debora Zschucke, Steffen Bischoff
Posaunen: Johanna Neumann, Matthias Köhn, Andreas Neumann, Florian Zeller, Matthias Neumann
Tuba: Clemens Miseler
Schlagwerk: Alexander Neumann, Simon Köhn
Orgel: Carsten Miseler
Blick auf die Orgel von St. Jakobi

Von der Empore herab waren die Bläser mit einem kräftigen Choralsatz zu hören. Unterstützt von der Orgel, deren hohe Töne hell über den Blechbläsern schwebten und deren dicke Holz- und Blechpfeifen einen mächtigen Bass-Bordunton bildeten, und begleitet von kräftigen Paukentönen erklang eine festlich jubelnde Musik. Klänge wie zum Einzug eines hohen Herrschers komponiert. Und in der Tat passt dieses Bild auch zum Festtag, an dem der Überlieferung nach gleich drei Könige in Bethlehem erschienen.

Nach dem Werk des Offenburger Komponisten Traugott Fünfgeld (geb. 1971), einem Satz aus seiner Symphonischen Suite für Bläser, Orgel und Pauken, gab es musikalische Erinnerungen an die vergangenen Weihnachtstage. Weihnachtslieder, teils zum mitsingen, teils auch in ungewohnten und interessant modernen Bearbeitungen (wie zum Beispiel Vom Himmel hoch in der Version von Max Reger) standen neben Bachs Chorälen. Engel auf den Feldern singen klang wie eine Pastorale, bei der die Engel von Glockenklängen unterstützt wurden. Und bei Ich steh an Deiner Krippen hier waren mir im Geiste die Worte so präsent, als würde tatsächlich auch noch ein Chor dazu singen. Herrlich!